DIE ZWOOTE
Seit Jahren Unterbau unserer ersten Mannschaft: Dieser Artikel beschreibt den Werdegang unserer zweiten Mannschaft seit der Wiedergründung zur Saison 2005/2006.
Unscheinbar oder unglaublich erfolgreich?
Dieser Text wurde eigens für das 80-jährige Vereinsjubiläum 2026 erstellt, um die Geschichte der Zwooten zu verewigen, Mai 2026
Verfasser: Jürgen Zender
"Was habt ihr mit uns vor?" fragte der gegnerische Trainer der SG Lasel beim ersten Relegationsspiel zur B-Klasse 2019 in Burbach. Gemeint war die aggressive und kampfbetonte Spielart unserer Zwooten mit hohem Pressing. Die Antwort unseres Trainers Sascha Klein:"Ja wir wollen aufsteigen!"
Aber der Reihe nach. Bis zu dieser Relegation im Jahr 2019 ist viel in der zweiten Mannschaft passiert.
In den bisherigen Beiträgen stand immer die erste Mannschaft des SV im Fokus. Dieser Artikel widmet sich nun ausschließlich der zweiten Mannschaft, beginnend mit der Neuanmeldung zur Saison 2005/2006.
In der ersten Saison, in der übrigens der SV Neroth die Meisterschaft errungen hat, schloss unsere Zweite unter der Leitung von Klaus Kees und Markus Romanczyk die D-Klassen-Tabelle als 6. mit beachtlichen 42 Punkten ab.
Die Zweite etablierte sich in den kommenden Jahren in der D-Klasse. Zur Saison 2009/2010 übernahm dann ein Altbekannter die Geschicke der zweiten Mannschaft: Alfred Haas, früher bereits Trainer der 1. Mannschaft. Als Saisonziel wurde der Aufstieg in die C-Klasse ausgesprochen. Mit einigen Spielern, die frisch aus der Jugend kamen - so verdiente sich bspw. Marcel Bauer seine ersten Sporen im Seniorenbereich in dieser Saison in der Zweiten - konnte man eine starke Truppe aufbieten. Christian Schweitzer (Schmeier) sorgte vorne im Sturm für viel Betrieb, Libero Thomas Caspers (Piet) hielt die Abwehr zusammen. Auch die Erste Mannschaft unterstützte die Zweite in manchen Spielen ausschlaggebend.
Zu dieser Zeit profitierten beide Seniorenmannschaften vom hervorragenden Unterbau aus der Jugend: Gerd Kees‘ Truppe (Jahrgang 1990/91) und Herbert Müllers Jungs (hauptsächlich Jahrgang 1993) spülten viele Jugendspieler in den Seniorenbereich, welche die Mannschaften des SV über Jahre prägen sollten.
Letztendlich wurde am Ende der Saison nach einem erbitterten Zweikampf mit dem FC Demerath das Ziel Meisterschaft erreicht. Nicht nur das: Neben der Meisterschaft konnte auch der Kreispokal und die Kreismeisterschaft der D-Ligen errungen werden. Das Triple war perfekt! Soweit der Autor weiß, einmalig in der Geschichte des SV! Der Pokalsieg wurde unter anderem Beim Brauer ausgiebig gefeiert - aus dem großen Pokal gab es Wodka-Redbull. Auch bei der Meisterfeier in Trier waren unsere Triple-Gewinner zugegen (siehe Foto in der Galerie). Es war der erste Pokalsieg für den SVN seit dem Triumpf im Kreispokal der C-Klassen in der Saison 2002/2003.
In der darauffolgenden Saison tat man sich in der C-Klasse allerdings sehr schwer. Als Tabellenletzter musste man leider wieder den Gang in die D-Klasse antreten. Unter anderem waren einige Spieler aus dem Aufstiegsjahr nun in der Ersten gefragt. Ein Lichtblick dieser Saison: Es ging der Stern eines gewissen Nerothers auf. Marco Blum war von nun an aus der Abwehr für die nächsten Jahre bzw. Jahrzehnte in der Zweiten nicht mehr wegzudenken.
Auf Alfred Haas folgte nun Jürgen Kuhl auf der Trainerbank. Nach dem Abstieg konsolidierte man sich rasch in der D-Klasse und erreichte am Ende den zweiten Tabellenplatz hinter dem SV Lissingen II, welcher zum Aufstieg in die C-Klasse berechtigte.
In der C-Klasse konnte man dann, anders als nach dem ersten Aufstieg, in der Saison 2012/13 die Klasse halten. 26 Punkte bedeutete am Ende Platz 11 bei 14 Teams. In diesem Jahr wurde die SG Waldkönigen punktgleich erster mit der SG Alfbachtal III. Der SV Neroth stieg mit 4 Punkten ab.
Danach wurde es wieder enger für die Jungs der Zweiten. Mittlerweile stand Herbert Müller an der Komandobrücke. Im Endspurt sicherten wir uns den vorletzten Platz, der zur Relegation berechtigte. Dazu war unter anderem ein 4:1 Auswärtssieg am vorletzten Spieltag in der Struth erforderlich, bei dem wohl eins der besten Sturmduos in der Geschichte der Zweiten wirbelte: Ralf Haas und Michael Häb (Otze). In dieser Saison duellierte man sich unter anderem zum ersten Mal mit dem TuS Daun. Beide Spiele gingen aus SVN Sicht verloren. Viele weitere, spannende Derbys sollten in den nächsten Jahren folgen, viele auch erfolgreich für den SVN.
In der Relegation setzte man sich dann unter anderem in Stadtfeld auf der Asche gegen die SG WNO II durch - Tobi Neumann erzielte dabei einen sehenswerten Treffer von knapp hinter der Mittellinie gegen Altmeister Norri Schmitz im Tor der Gastgeber. Endergebnis: Klassenerhalt!
In den nachfolgenden Saisons etablierte man sich in der C-Klasse. Die Saison 2014/2015 beendete man souverän mit 35 Punkten auf Platz 9. Herbert Müller verabschiedete sich nach der Saison von der Trainerbank. Neben dem sportlichen Erfolg, guten Trainingseinheiten und der hervorragenden Kameradschaft unter Hebbi, blieb auch die Mannschaftstour nach Malle bei allen in Erinnerung (Hebbi und Kurt, damals Trainer der Ersten, zeigten den Jungspunden mal, wie man es sich auf der Insel gut gehen lässt).
Zur Saison 2015/16 übernahm mit Thomas Clemens, ein Trainer-Neuling, das Zepter bei der Zweiten. In der Saison 2015/2016 wurde man mit 42 Punkten 6. Die C-Klasse war damals geprägt von zahlreichen Derbys: Man duellierte sich jeweils gegen die ersten Mannschaften aus Daun, Rengen und Kirchweiler.
Im zweiten Jahr unter Thomas in der Saison 2016/2017 erreichte man dann sogar den 5. Tabellenplatz. Unter anderem siegte man auch beim heimstarken FC Kirchweiler auf dem Hartplatz. Dieser Derbysieg wurde ausgiebig beim Iderijen gefeiert.
Was bleibt von dieser Zeit noch hängen? Wir haben neue Sportplätze kennengelernt, Trainings in Rockeskyll waren keine Seltenheit, ein Sommer-Trainingslager in Hohenfels mit schier endlosen Waldläufen über die ehemalige Bahnstrecke und ein Ausflug zum Kronenburger See. Auch die Ausflüge in die Soccerhalle nach Köln mit anschließendem Abendprogramm ("Köln-Tour, Köln-Tour", "Altstadt, Altstadt") bleiben in Erinnerung.
Thomas legte in den zwei Saisons den taktischen und fußballerischen Grundstein für den Erfolg der kommenden Jahre, unter anderem waren das Einüben der Viererkette, das Arbeiten gegen den Ball sowie die „offene Stellung“ Teil des wöchentlichen Trainings.
Nach der Saison folgte Thomas dem Ruf höherer Aufgaben und coachte in den nächsten Jahren sehr erfolgreich die SG Hillesheim, seinen ehemaligen Verein.
Man musste im Vorstand also wieder aktiv werden. Torsten Scholzen wurde neuer Cheftrainer der Zweiten, als Co-Trainer fungierte von nun an Sascha Lehmann. Man startete furios mit 12 Punkten aus den ersten vier Spielen und 22:0 Tore. Am Ende der Saison bestätigte man den starken 5. Tabellenplatz der Vorsaison.
In der folgenden Saison wurde das Trainerteam um Rückkehrer Sascha Klein (kam vom SC Rengen) erweitert. Im Zuge der Hinrunde setzte man sich direkt an der Tabellenspitze fest und lieferte sich mit der SG EFeu einen spannenden Kampf um den direkten Aufstieg. Aus negativer Sicht bleibt wohl das Spiel in Ulmen gegen deren 2. Mannschaft hängen, das mit 0:1 verloren wurde - samt zweimalig verschossenen Elfmeter. Dies erinnerte den Autor beim Schreiben des Berichts unweigerlich an den Satz "Oh was tun mir die Augen weh,..."
Trotz dieser Niederlage führte man die Tabelle nach der Hinrunde mit einem Punkt Vorsprung vor dem Rivalen aus Feusdorf an. Torsten legte indes im Laufe der Hinrunde sein Traineramt nieder.
In der Rückrunde nach der Winterpause ließen wir allerdings etwas federn, sodass sich hinten raus die SG den Meistertitel sicherte. Mit 9 Punkten Rückstand belegten wir am Ende den zweiten Platz, der zur Teilnahme an der Relegation zur B-Klasse berechtigte. Wie im Fall der 1. Mannschaft beim Aufstieg 2009 sollte sich auch diese Relegation als absoluter Glücksgriff erweisen.
Dies bringt uns zur eingangs erwähnten Konversation zwischen Sascha und dem Trainer der SG Lasel. Im ersten Relegationsspiel besiegten wir mit fußballerischer Klasse, Kampf und Leidenschaft sowie absolutem Wille die heimische SG Lasel mit 3:1. Nach dem Ergebnis des Parallelspiels war jetzt schon klar, dass ein Sieg gegen den SV Mehlental zum sicheren Aufstieg in die B-Klasse reichen würde. Vor einer herausragenden Kulisse brannte die Zweite nach Fehlstart mit frühem Gegentor ein Feuerwerk ab - insbesondere Joni Wiebe spielte groß auf. 6 der 7 Tore beim fulminanten 7:3-Sieg gingen auf Jonis Konto - bärenstark!
Die Freude kannte nach Abpfiff keine Grenzen mehr. Nach mehrtägigen Feierlichkeiten, u. a. am Sportplatz, am nächsten Morgen beim Brauer und Rock am Ring, musste man Sonntags noch zum letzten, für unsere Farben bedeutungslosen Relegationsspiel gegen den SV Speicher II ran. Diese fertigte man dann nach dem verkaterten Wochenende an Pfingsmontag mit 9:1 ab (die Gegner waren laut eigener Aussage taktisch noch nicht soweit). Letztendlich war diese Saison und insbesondere die Relegation samt Aufstieg für den ganzen Verein und alle beteiligten Spieler einmalig, ein Highlight in der Amateur-Karriere.
In den darauffolgenden Saisons hielt man trotz anfänglicher Skepsis auch in der B-Klasse stand - Prunkstück war in den Anfangsjahren immer eine stabile Abwehr und in der Offensive ein brandgefährlicher Yannic Jardin, der kaum zu stoppen war. Die erste Saison wurde aufgrund von Covid-19 nach 15 Spielen abgebrochen - unsere Zweite stand zu dem Zeitpunkt auf Rang 3. 10 von 15 Spielen wurden gewonnen. Niederlagen gab es nur gegen den Tabellenersten SG Kylltal (1x) und gegen den Zweitplatzierten SG Schneifel II (2x).
Die darauffolgende Saison wurde aus besagten Gründen ebenfalls wieder abgebrochen. Die erste richtige Saison in der B-Klasse - die Saison 2021/22 schloss die Zweite mit einem starken 6. Platz ab, noch vor den Lokalrivalen aus Daun und Mehren.
Zur Saison 2022/23 übernahm mit Jörg Haep als Cheftrainer und Christian Kutscheid als spielender Co-Trainer ein neues Trainerteam die zweite Mannschaft. Die erste Saison unter neuer Leitung schloss man noch souverän als Tabellenneunter mit 31 Punkten ab. Schon dort zeichnete sich jedoch der Personalmangel in beiden Seniorenmannschaften ab. In der Folgesaison - es sollte vorerst die letzte Saison der Zwooten in der Eigenständigkeit als SVN sein - kämpfte man bis zum Schluss gegen den Abstieg. Dieser wurde am Ende mit Kampf und Fleiß (hier bleiben vor allen Dingen die Läufe durch Neunkirchen und Steinborn in der Wintervorbereitung in Erinnerung) auch erreicht. 4 Mannschaften konnte man am Ende hinter sich lassen.
Jörg und Christian beendeten am Ende der Saison ihre Trainertätigkeit. Auch in dieser Zeit war die Kameradschaft zentrales Element für den Erfolg. Die Abende in der Kabine kannten - auch unter der Woche - kaum ein Ende.
Seit der Saison 2024/25 spielt nun auch unsere erfolgreiche zweite Mannschaft in der SG WNS. Unter Leitung von Joachim Land und Michael Bender wurde im ersten Jahr unter erschwerten Bedingungen und schwachem Start letztendlich die Klasse gehalten. Im Jubiläumsjahr in der Saison 2025/26 hatte die Zweite nichts mit dem Abstieg zu tun und sicherte sich frühzeitig die Ligazugehörigkeit in der B-Klasse.
Wir blicken auf spannende Zukunft und freuen uns auf weitere Spiele unserer Zweiten!
















