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VOM FUSSBALLCLUB ZUM SPORTVEREIN

Der SV Neunkirchen-Steinborn zeichnet sich nicht nur durch seine Fußballabteilung aus. Vielmehr ist aus unserem SVN ein breitaufgestellter Sportverein geworden. Auf dieser Seite wird die Chronologie dieser Entwicklung bis zum heutigen Stand widergespiegelt.

Der Breitensport wird eingeführt

Dieser Text stammt aus der Festzeitschrift zum 60-jährigen Vereinsjubiläum aus dem Jahr 2006.

Verfasser: Hermann Hein, langjähriger Vorsitzender des SV

Die Wende kam auch hier 1989. Hermann Hein wurde am 15. April Vorsitzender. In seiner Antrittsrede kündigt er an, dass in Zukunft auch andere Sportarten außer Fußball angeboten würden. Gemeint war der Einstieg in den Breitensport. Andere Vereine hatten es vorgemacht. Ganz einfach! Gymnastik für Frauen anbieten, Übungsleiterin engagieren und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Ganz so einfach war es dann doch nicht. Es mangelte an Übungsleitern und an Räumlichkeiten. Die Ortsvorsteher von Neunkirchen und Pützborn erklärten sich bereit, die Bürgersäle kostenlos zu überlassen. Zur ersten Übungsleiterin machte der Vorsitzende seine Frau. Sie war im Besitz einer Lizenz für Breitensport und Rücken-Gymnastik. Und so startete der SV dann im Frühjahr 1990 sein Breitensport-Experiment mit einer Damen-Gymnastik-Gruppe im Bürgerhaus in Neunkirchen.

 

Um an Honorarzuschüsse für Übungsleiter mit Lizenz zu gelangen, musste der Mitgliedsbeitrag angepasst werden. Im Oktober 1989 wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Die vom Vorstand geforderte Beitragsanpassung wurde in drei Stufen beschlossen. Im Jahr 1992 wurde der vom Sportbund verlangte Mindestbeitrag erreicht. Nun konnten nicht nur Zuschüsse für die Übungsleiter-Honorare beantragt werden, sondern auch Zuschüsse für Sportgeräte und Baumaßnahmen. Eine wichtige und sehr hohe Hürde auf dem Weg zum Breitensportverein war gemeistert.

 

Aber mit nur einer Gymnastikgruppe wollten sich die Verantwortlichen nicht zufrieden geben. Die Mitglieder fragten zu Recht, wann denn auch für sie ein Sportangebot folgen würde. Und da tat sich die nächste Hürde auf: Es fehlten Übungsleiter. Es folgten Aufrufe im Verbandsgemeindeblatt, mit der Bitte, Interessenten sollten sich melden. Bereits nach einem Jahr konnte der Vorsitzende einen Erfolg verkünden .Anlässlich der Mitgliederversammlung am 24. März 1990 stellte er fest, dass der Verein drei Übungsleiterinnen einsetzen konnte.

 

Dann ging es Schlag auf Schlag: Im Mai 1990 folgte eine Kinderturngruppe, die von Gertrud Schütz geleitet wurde. Und im Herbst vollzog der Verein den Schritt in den Gesundheitssport. Die zunächst als 10-Stunden-Kurs angebotene Wirbelsäulen-Gymnastik entpuppte sich als Renner. Die Nachfrage war enorm. Und so entschloss sich der Vorstand, den Kurs in sein ständiges Angebot aufzunehmen. Der Wirbelsäulen-Gymnastik-Kurs musste bald darauf wegen des Andrangs in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Übungsleiterin war Renate Hein, die ihren Platz in der Damen-Gymnastikgruppe mit Maria Müller getauscht hatte.

 

Fragt man Bernhard Klein aus Steinborn nach seinen Motiven für den Eintritt in den SV, erhält man diese Antwort: „Meine Frau kam durchtrainiert und fit von einer Kur zurück und wollte diesen Zustand erhalten. Da gemeinsame Übungen mit mir nicht von Dauer waren, schloss sie sich der
Wirbelsäulengymnastikgruppe des SV Neunkirchen-Steinborn an. Das gefiel ihr so gut, dass sie mich bedrängte, doch auch hier mit zu machen, zumal ich häufig über Rückenschmerzen klagte.
Bis heute bin ich froh ihr nachgegeben zu haben. Diese Aktivität verbesserte meine Mobilität und Leistungsfähigkeit, reduzierte die Schmerzen sehr stark und baut oft Stress ab. In dieser Gruppe zu 

üben, macht wesentlich mehr Spaß, als es alleine zu tun.“

 

Birgit Neumann hatte sich von den Werbemaßnahmen des Vereins um neue Übungsleiter inspirieren lassen. Sie begann eine Ausbildung beim Sportbund. Im Dezember 1990 konnte sie die so begehrte Lizenz entgegen nehmen. Postwendend wurde in Pützborn eine Damen-Gymnastik-Gruppe von ihr gegründet. Eine bis dahin in Pützborn bereits existierende Gymnastik-Gruppe für Frauen unter der Leitung von Irmgard Rauen schloss sich spontan dem SV an. Auf die Frage an Irmgard Rauen, die  bereits eine Damen-Gymnastikgruppe in Pützborn leitete, weshalb sie mit ihrer Gruppe in den SV eingetreten ist, sagte sie: „Meine Gruppe gehörte keinem Verein an. Es bestand also keinerlei Versicherung. Der SV bot uns die Sicherheit, die meine Gruppe unbedingt wollte. Wir haben unsere Entscheidung nie bereut und fühlen uns beim SV bestens aufgehoben.“

 

Und noch ein  Problem tat sich auf: Es fehlten Turnmatten sowie Spiel- und Sportgeräte. Da traf es sich gut, dass dem Verein vom Sportbund eine Geldprämie überwiesen wurde. Die resultierte aus einer Veranstaltung mit Spätaussiedlern im Dronkehof in Daun. Der Verein durfte sich in deutscher und russischer Sprache präsentieren. Weil der Mindestbeitrag inzwischen erreicht war, konnten nun auch Zuschussanträge für die Beschaffung von Spiel- und Sportgeräten beim Sportbund gestellt werden. Lobenswert in diesem Zusammenhang ist das Engagement der AOK. Sie gewährte einen Zuschuss. Prämie und Zuschüsse bildeten den Grundstock für die Anschaffung von Turnmatten, Sprossenwand und Turnbänke.

 

Beinahe wäre der Breitensport genau so schnell wieder verschwunden, wie er im Verein eingeführt worden war. Streitpunkt waren die Übungsleiter-Honorare auf der Mitgliederversammlung am 9. März 1991. Nicht wenige Mitglieder waren der Meinung, dass Honorare für Fußballtrainer durchaus in Ordnung seien. Von den Übungsleiter/innen im Breitensport erwarte man dagegen, dass sie ohne Entgelt tätig würden. Eine Ungleichbehandlung wollten die Kritiker nicht erkennen. Da half auch die Beispielrechnung wenig, wonach Mitgliederzuwachs und daraus resultierend Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung ausreichten. Die Standpunkte des Vorstandes und seiner Kritiker waren auf Dauer unvereinbar. Wenn an diesem Tag Neuwahlen angesetzt gewesen wären, hätten Vorsitzender und Bereichsleiter Breitensport wahrscheinlich ihre Hüte nehmen müssen.

 

Die Kritik am Breitensport und dessen Initiatoren nahm ab. Allmählich wurde deutlich, dass der Breitensport für Mitgliederzuwachs sorgte. Im Frühjahr 1989, als der Einstieg in den Breitensport angekündigt wurde, hatte der Verein 180 Mitglieder. Ende des Jahres 1991 war die 300er Marke geknackt: Ingrid Jehnen war das Mitglied mit der Nr. 300. Es brauchte dann noch 4 weitere Jahre, bevor die Zahl 400 erreicht wurde. Erfreulich war, dass einem Kind (Sebastian Heinrichs aus Pützborn) diese Ehre widerfuhr. Die Werbung um Mitglieder war also erfolgreich. Die neu eingeführte Familienmitgliedschaft machte es möglich. Im Dezember 1996 konnte dann das Mitglied Nr. 500 verkündet werden. Eine eigens für Spätaussiedler gestartete Werbe-Aktion machte den Achtjährigen Dimitrij Janzen aus Pützborn zum Gewinner. Im Dezember 1999, also gut 10 Jahre seit Beginn der neuen Ära, wurde das 600. Mitglied gefeiert. Es war der leider inzwischen verstorbene Rainer Olf, ein Spieler der 1. Mannschaft. Aktuell hat der SV die Zahl von 600 Mitgliedern. Innerhalb der Stadt Daun war der SV damit zum zweitgrößten Verein aufgerückt (und damit auf Augenhöhe mit dem großen TuS). Auf Kreisebene war er die Nr. 4, hinter den Großvereinen TuS Daun, SV Gerolstein und Golfclub Hillesheim. Der Fußballverband Rheinland schließlich führte den SV auf Platz 21 (Anmerkung der Redaktion: Stand 2006).

 

Der Anspruch, Jedermann und –frau ein Sportangebot zu machen, war aber noch lange nicht erfüllt. Es gab immer noch Männer, Frauen und Kinder, die sich vom Breitensportangebot des SV nicht angesprochen fühlten. Ende des Jahres 1991 wurde ein Kurs Turnen für Mutter und Kind durch die Übungsleiterin Gaby Läpple eingerichtet. Nun waren in Neunkirchen zwei und in Pützborn eine Gymnastikgruppe für Frauen aktiv. Hinzu kam noch Kinderturnen in 2 Gruppen, die von Gisela Bitdinger und Beatrix Fochs geleitet wurden. Außerdem die beiden Gruppen für Wirbelsäulen-Gymnastik. Immerhin verzeichnete der Breitensport bis dahin 130 aktive Mitglieder.

 

Aus den im Sommer 1992 gegründeten Jazz-Gymnastikgruppen wurde später eine Aerobic-Gruppe. Unsere Übungsleiterin Silke Ewert, die ein Praktikum in der Rosenberg-Klinik absolvierte, wurde bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt. Besonders tragisch war, dass sie sich auf dem Weg zu einer Fortbildungsveranstaltung befand. Susanne Lückgen–Roos übernahm die Leitung der Gruppe. Ihr folgte Carmen Müller und einige Jahre später Jürgen Läpple.

 

In der Mitgliederversammlung am 6. März 1993 wurde Willi Hack zum Bereichsleiter Breitensport gewählt. Seine Vorgängerin und Übungsleiterin der zweiten Kinderturngruppe, Beatrix Fochs, war aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Willi Hack richtete im Sommer 1993 einen Lauftreff ein, der am Sonntagmorgen am Sportplatz stattfinden sollte. Das war nun gar nicht nach dem Geschmack von Pfarrer Michael Hammes. Er sah in dem Vormittagstermin am Sonntag eine Konkurrenz zum Hochamt, die ihn zudem an längst vergangene unselige Zeiten der 30er Jahre erinnerte. Nun war dem Verein nichts an einem Konflikt mit der Kirche gelegen. Eine Verschiebung des Termins um eine halbe Stunde wurde schließlich beiderseits als Kompromiss akzeptiert.

 

Die Gründung neuer Gruppen stieß allmählich an Grenzen: Die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten, die Bürgersäle in Neunkirchen und Pützborn, waren weitest gehend ausgebucht. Frei waren eigentlich nur noch Nachmittagstermine. Das Kinderturnen war schon in den Kindergarten Neunkirchen-Steinborn ausgelagert. Zudem war das DRK dem SV mit der Gründung einer Männerturngruppe zuvor gekommen. Der SV konterte und gründete eine Männer-Fitnessgruppe. Helmut Scherer, zunächst Aktiver dieser Gruppe, übernahm später deren Leitung. Bernd Ristow, der die Gruppe bis dahin geführt hatte, musste wegen seines Balkan-Einsatzes als Soldat aufgeben. Der Bürgersaal in Neunkirchen entpuppte sich als ungeeignet. Ballspiele, insbesondere Volleyball, waren nicht möglich. Und so begann der Kampf mit der Kreisverwaltung um Hallenzeiten in den Dauner Gymnasien. Schließlich wurden dann sowohl im GSG als auch im TMG Zeiten zur Verfügung gestellt.

 

Die Männer-Fitnessgruppe bietet derzeit im Winter Volleyball in der Halle und im Sommer Radfahren und Schwimmen an. Auf die Frage an Gerhard Kreutz, der von Anfang an dabei war, wie er 1995 auf die Idee gekommen war, der Männer-Fitness-Gruppe beizutreten, sagte er: „Ich fand das damals und heute eine gute Idee. Die Gruppe konnte am Anfang nur Gymnastik betreiben, weil der Raum im Bürgerhaus nicht mehr hergab. Nachdem wir in die Halle umgezogen waren, wurde zunächst Fußball und später Volleyball gespielt. Inzwischen gibt’s Ballspiele (Volley- und Federball) im Winter in der Halle  und im Sommer Radfahren und Schwimmen. Ich schätze die Bewegung und – nicht zu vergessen – die Geselligkeit in der Gruppe“.

 

Aber es gab auch Projekte, die nie zustande kamen oder scheiterten. Für Seniorensport fand sich keine Übungsleiterin. Eine Wandergruppe kam über den einmaligen Start nicht hinaus, weil sich niemand fand, der die Führung übernommen hätte. Walking wurde schließlich von Nordic Walking abgelöst. Angedacht waren Tischtennis und Schwimmen. Aber auch diese gut gemeinten Ideen erlitten – zunächst – das gleiche Schicksal.

 

Die Aktivitäten des SV im Breitensport hatten sich inzwischen nicht nur bei anderen Vereinen, sondern auch bei den Behörden und anderen Institutionen herumgesprochen. So war es nicht mehr ganz so schwierig, Mittel für die ständig wachsenden Gruppen mit ihren Ansprüchen an geeignetes Sport- und Spielmaterial zu beschaffen. Vom Verein zur Förderung der Jugendarbeit in Daun wurden 1995 DM 700 und ein Jahr später weitere DM 1.000 für die Anschaffung von Sportgeräten, u.a. Steppbänke für die Aerobic-Gruppe gespendet. Zusätzlich gab es vom Sportbund Zuschüsse.

 

Michael Bitdinger löste Willi Hack, der aus beruflichen Gründen passen musste,  im April 1994 als Bereichsleiter Breitensport ab. Der Neue knüpfte einen Kontakt zu Klaus Wrbas, der einen Verein als Heimat einer Taekwondo-Gruppe suchte. Mit diesem Fremdwort, hinter der sich eine koreanische Kampfsportart verbarg, wussten wohl die meisten nichts anzufangen. Ein Irrtum, wie sich bald herausstellte. Ein Aufruf genügte, um den Bürgersaal in Neunkirchen zu füllen. Schon bei der Vorstellung der neuen Sportart kristallisierte sich heraus, dass mindestens zwei Gruppen gebildet werden mussten. Die Kinder übten im Bürgerhaus in Neunkirchen und für die Erwachsenen gab es einen frei gewordenen Termin in der GSG-Halle in Daun. Mit Taekwondo hielt der Verein Einzug in den Trend- und gleichzeitig auch in den Leistungssport.

 

Eine weitere Trendsportart war die Aufnahme von Badminton. Ende des Jahres 1996 bot sich Thorsten Schneider an, die Gründung und Führung zu übernehmen. Und wieder war der Bürgersaal in Neunkirchen bei der Vorstellung brechend voll. Wieder mussten zwei Gruppen gebildet werden, weil das Interesse so groß war. Als Räumlichkeit kam nur die GSG-Halle in Frage. Leider war der Gruppe kein langes Leben beschieden. Als Thorsten Schneider, ein Berufssoldat, versetzt wurde, fehlte ihr ein Übungsleiter. Die kurze Zeit hatte im Gegensatz zu Taekwondo nicht ausgereicht, einen Nachfolger auszubilden. Für den Verein bedeutete die Aufnahme der neuen Sportarten einen bis dahin nicht gekannten Mitgliederzuwachs. Taekwondo hatte 50 und Badminton 60 neue Mitglieder gebracht.

 

Die Gründung der Taekwondo-Abteilung erwies sich als Glücksgriff. Sie brachte nicht nur viele neue Mitglieder. Sie ermöglichte auch vielen Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an Gürtelprüfungen und den Erwerb eben dieser farblich unterschiedlichen Gürtel. Und so mancher Aktiver quälte sich durch die Ausbildung als Trainer. Derzeit hat Taekwondo 7 Trainer. Viele Veranstaltungen im Pützbachtal glänzten seither mit einem Auftritt der „Bretterzertrümmerer“. Die Frage, ob Michael Bitdinger mit dem Erreichten zufrieden ist, beantwortet er so: „Taekwondo hat sich von allen am besten entwickelt. Mit ihren derzeit 86 Mitgliedern – das jüngste ist 7 und das älteste 57 Jahre alt – ist diese Gruppe ein beispielhaftes Trendsportangebot des Vereins und hat sich als feste Größe etabliert. Durch vielfache Auftritte zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten ist sie öffentlichkeitswirksam für den Verein.“ Weitere Frage: „Und wie beurteilst Du die Entwicklung in der Zukunft?“ Antwort: „Die erfolgreiche Arbeit der Übungsleiter, die übrigens alle „Eigengewächse“ sind, zeigt sich auch daran, dass bereits 7 unserer Taekwondo-Schüler den Meistergrad erworben haben und Träger des Schwarzen Gürtels sind. Auch deswegen hat die Gruppe Perspektiven und eine gesicherte Zukunft.“

 

Aus der AH war ohne großes Aufheben die Sportabzeichenbewegung hervor gegangen. Bernd Meyer war und ist der Motor. 1994 wurden 18 Sportabzeichen vergeben, 1995 waren es schon 28 und 2001 fast eine Verdopplung, nämlich 49 und im Jahr 2004 eine weitere Steigerung auf 59. Das „Vereins-Echo“ meldet in seiner Ausgabe vom Juni 1999, dass der Verein in der Gruppe bis 600 Mitglieder den 4. Platz im Sportbund Rheinland belegt hat. Waren es am Anfang noch einzelne AHler, die sich durch die verschiedenen Disziplinen kämpften, so sind es inzwischen  ganze Familien, die ihre Fitness verbessern und die Abzeichen erwerben.

 

In der Mitgliederversammlung vom 7. November 1998 wurde der Ausbau der Sportanlage zum „Familien freundlichen Sportplatz“ angekündigt. Auf  dem kleinen Nebenplatz sollten Kleinspielfeld und Beach-Volleyball-Anlage gebaut und Torwand, Basketballanlage sowie Tischtennisplatte aufgestellt werden. Eltern sollten so die Möglichkeit haben, ungestört ein Fußballspiel zu erleben, während ihr Nachwuchs sich nebenan mit Spielen die Zeit vertrieb. Die Finanzierung sollte durch Zuschüsse, Eigenmittel und Eigenleistungen erfolgen. Im Oktober 2000 wurde die Anlage eingeweiht. Die Ziele, einen jederzeit zugänglichen Platz für alle Arten von Ball- und anderen Spielen zu haben und Familien den Besuch eines ungestörten Fußballspiels zu ermöglichen, waren erreicht.

 

Die Frauen des Vereins gründeten 2002 unter der Leitung von Edith Frank das Gegenstück zur Männer-Fitnessgruppe. Auch sie teilten das Jahr in Sportarten ein: im Sommerhalbjahr Radfahren in Wald und Feld  und im Winterhalbjahr Fitnesstraining im Bürgerhaus. Die Gruppe erfuhr eine Erweiterung, als Edith Frank im Herbst 2004 auch Nordic Walking anbot. Ute Kolling ist in der Frauen Fitness-Gruppe aktiv. Auf die Frage, was ihr besonders an der Gruppe gefällt, sagte sie: „Wir teilen das Jahr in zwei Jahreszeiten: Sommer und Winter. Im Sommer macht unsere Gruppe Radtouren und im Winter halten wir uns mit Gymnastik und Nordic Walking fit. Mir macht das Fitness-Training in der Gruppe richtig Spaß. Ich finde das Breitensportangebot des SV gut.“ Dennoch hat sie auch Verbesserungsvorschläge: „Was gut ist, kann auch noch verbessert werden. Ich vermisse ein Angebot für junge Mädchen.“

 

Die vorläufig letzte Aktion war die Gründung einer Tanzgruppe für Paare. Die Bürgerhäuser in Neunkirchen und Pützborn waren ausgebucht, das Steinborner noch nicht fertig. Da bot sich der Saal unseres Vereinswirts „Beim Brauer“ an. Christiane Dinter, zusammen mit ihrem Mann Ingo ein in der Tanz-Szene bekanntes Paar, übernahm die Leitung. Aus dem Nichts hat der Verein aktuell 15 verschiedene Breitensportgruppen, die von 17 Übungsleiter/innen betreut werden. Davon besitzen 12 die Lizenz des Deutschen Sportbundes.

 

Die Chronologie des Breitensports wäre ohne Erwähnung der Ferienfreizeit unvollständig erzählt. Im Sommer 1994 nahm der Verein erstmals an der landesweiten Aktion bzw. dem Wettbewerb „In den Ferien am Ort: Mehr Spaß mit Spiel und Sport“ teil. Sie wurde ein Riesenerfolg. Weit mehr als 100 Kinder nahmen daran teil. Und auf Anhieb erreichten die Macher den 1. Preis in der Gruppe mit den meisten Veranstaltungstagen (mehr als 10).

 

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Anmerkung der Redaktion: Hier endet der Text aus der Festzeitschrift von 2006. Nachfolgende Zeilen stammen aus der Feder von Jürgen Zender, 20 Jahre später, Frühjahr 2026.

 

Aber die Ferienfreizeit ist eine andere Geschichte. Sie verdient es, in einem besonderen Beitrag erzählt zu werden.

Heute ist der SV Neunkirchen-Steinborn als Sportverein breit aufgestellt. Dabei versuchen wir unser Breitensport kontinuierlich weiterzuentwickeln. Herausforderungen der vergangenen Jahre und auch der Zukunft liegen zum einen darin, Übungsleiter und Übungsleiterinnen für die verschiedenen Sportangebote zu finden. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die Woche für Woche engagiert dafür sorgen, dass wir im Pützbachtal das Sportangebot des SV nutzen können! Aber auch das Jonglieren mit verfügbaren Hallenzeiten gehört zu unseren Herausforderungen.

Neu im Portfolio ist seit 2024 wieder Badminton. Nachdem Hermann im vorherigen Text geschrieben hatte, dass es nach einem kurzen Hoch Mitte der 90er Jahre leider aufgrund eines fehlenden Übungsleiters nicht mehr im Breitensport-Programm verfügbar war, konnten wir mit Lea Schwarz eine Top-Trainerin gewinnen, die sogar über Bundesliga-Erfahrung verfügt. Seit zwei Jahren wird nun wieder mittwochs in der GSG Badminton unter SVN-Flagge gespielt.

Auch das allseits beliebte Kinderturnen konnte nach einer mehrjärigen Pause wieder ins Programm aufgenommen werden - unseren Nachwuchs freut das sehr!

Neu im Angebot seit diesem Jahr ist das sogenannte Toprope-Klettern. Dies ist eine Form des Sportkletterns, bei der das Seil von oben durch eine Umlenkung (z. B. Karabiner am Fels oder in der Halle) läuft. Das Seil kommt von oben (engl. „top rope“), eine zweite Person sichert den Kletterer vom Boden aus. Dadurch ist Toprope besonders sicher und einsteigerfreundlich, z. B. in Kletterhallen oder beim Lernen der Technik. 

Bis zum Jubiläumsfest werden die einzelnen Breitensportgruppen durch separate Beiträge vorgestellt, sodass ihr einen Einblick in die Vielfalt des SVN erhaltet.

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